FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Sowohl Haut- als auch Genitalwarzen des Menschen sind seit altersher bekannt. Bereits Ende des letzten Jahrhunderts wurde ihre Uebertragbarkeit von Mensch zu Mensch durch Variot und Judasohn bewiesen. Mittlerweile wurden als Krankheitserreger Mitglieder der Papovaviridae, die humanen Papillomviren (HPV), identifiziert.

Papillomviren sind eine Gruppe kleiner DNA-Viren mit außergewoehnlich vielen verschiedenen Subtypen, die alle hoehere Wirbeltiere infizieren. Man unterscheidet dabei zwischen gutartigen und krebserregenden Subtypen. Ungeachtet struktureller Uebereinstimmungen zeigen die einzelnen Subtypen jedoch sehr starke Unterschiede hinsichtlich ihrer Gewebsspezifitaet und ihrer transformierenden Eigenschaften. Papillomviren infizieren die Basalzellen der Haut und der Schleimhaeute und regen diese zur Teilung an.

Die Viren haben einen Durchmesser von etwa 55 nm. Sie besitzen keine Huelle, ihr Capsid besteht aus 72 Capsomeren. Jedes Capsomer ist ein Pentamer des majoren Capsidproteins (L1-Protein). Außerdem enthaelt das Capsid ein minores Protein (L2-Protein), dessen Anteil am Gesamtprotein etwa 3-5% beträgt.

Das Genom von Papillomviren besteht aus etwa 8 kb doppelstraehngiger, zirkulaerer DNA. Die DNA ist in Virionen mit Histonen assoziiert, mit denen sie eine chromatinaehnliche Struktur bildet. Die genetische Organisation aller Papillomviren ist sehr aehnlich.

Vor wenigen Jahren gelang es, durch Expression der Capsid-Gene virusaehnliche Partikel (VLP), also "leere Viren", zu erhalten. Diese sind elektronenmikroskopisch nicht von infektioesen Viren zu unterscheiden.

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